Studierende arbeiten gemeinsam mit Laptops an KI-Systemen

HFWU · WIRTSCHAFTSINFORMATIK 1

KI Literacy Basics

Künstliche Intelligenz verstehen, bewerten und gestalten

Hochschule Nürtingen-Geislingen Prof. Dr. Mathias Engel
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02 · ONLINE

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Schülerinnen arbeiten gemeinsam an einer Aufgabe

DIE LEITFRAGE

Wie finde ich die Balance zwischen der Nutzung von KI und meiner eigenen Verantwortung?

Wir betrachten künstliche Intelligenz als einen Verstärker unseres Denkens – doch Zielsetzung, Kontext und Qualitätskontrolle müssen zwingend bei uns bleiben.

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03 · EVOLUTION

Evolution: Die Beschleunigung der Innovation

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VOM FEUER ZUR KI

300.000 Jahre Entwicklung in Sekunden.

Seit dem Auftreten des Homo Sapiens (vor ca. 300.000 Jahren) vergingen Jahrtausende zwischen Erfindungen (Feuer, Steinwerkzeug, Rad). Heute jagt eine Revolution die nächste.

Exponentielles Wachstum Die Zeitspanne zwischen technologischen Durchbrüchen verkürzt sich dramatisch (Dampfmaschine, Computer, KI).
Der aktuelle Kulminationspunkt KI ist kein isoliertes Phänomen, sondern das nächste Werkzeug in unserer langen Innovationshistorie.
Zeitstrahl der menschlichen Innovationen von der Steinzeit bis zur künstlichen Intelligenz
Prof. Dr. M. Engel [I1] Kursmaterial
04 · PERSPEKTIVE

Erwartungshorizont: Amaras Gesetz

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Metaphorische Grafik für Amaras Gesetz: Ein Hype-Feuerwerk links und ein tief verwurzelter Baum der Integration rechts

ÜBERSCHÄTZUNG VS. UNTERSCHÄTZUNG

Hype-Feuerwerk vs. tiefe Wurzeln.

Amaras Gesetz besagt: Wir überschätzen die Wirkung einer neuen Technologie kurzfristig (Hype), unterschätzen sie aber langfristig dramatisch (Integration).

Der Hype-Zyklus (Feuerwerk) Erste generative Erfolge werden oft mit allmächtiger Intelligenz verwechselt, was zu übertriebenen Erwartungen führt.
Die Tiefenintegration (Wurzelwerk) Nach der Abkühlung der Euphorie sickert die Technologie tief in die Strukturen unserer Arbeitswelt ein.
Prof. Dr. M. Engel [I1] Kursmaterial
05 · HISTORIE

Evolution der KI: Vom Perzeptron zu Agenten

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DIE FÜNF EPOCHEN DER KI

Vom einfachen Muster zum handelnden Partner.

Die Geschichte der KI verläuft in Phasen steigender Komplexität. Aus mathematischen Abstraktionen wurden Systeme, die Ziele eigenständig verfolgen.

Fokus-Verschiebung Vom Verstehen (Perzeptron, neuronale Netze, Deep Learning) zur Generierung und autonomem Handeln (Agentic AI).
Ziele erreichen Moderne Agenten chatten nicht nur – sie reflektieren, planen Schritte, nutzen Werkzeuge und korrigieren sich selbst.
Diagramm: Fünf Phasen der KI-Entwicklung von 1950 (Perzeptron) über Deep Learning bis zur heutigen Agentic AI
Prof. Dr. M. Engel [I1] Kursmaterial
06 · TECHNIKFUNDAMENT

Wie funktioniert KI und was ist ihr Ziel?

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DAS PRINZIP MUSTERERKENNUNG

Regeln lernen statt programmieren.

Klassische Software führt feste Anweisungen aus. KI hingegen analysiert Daten, sucht Muster und leitet daraus statistische Regeln ab.

1
Statistische Näherung KI liefert keine garantierten Wahrheiten, sondern Wahrscheinlichkeiten.
2
Musterübertragung Das Modell versucht, gelerntes Wissen auf neue Situationen zu übertragen.
Grafische Darstellung: Input-Daten, Modell und statistischer Output
Prof. Dr. M. Engel [I1] Didaktik · [E2] UNESCO
07 · NEURO-ANALOGIE

Die biologische Analogie: Das Neuron

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Anatomie eines biologischen Neurons: Dendriten, Soma, Axon, Myelinscheide

DAS BIOLOGISCHE VORBILD

Das Gehirn als Signal-Netzwerk.

Unsere künstlichen Netze sind stark vereinfachte Modelle der Natur. Jede menschliche Nervenzelle verarbeitet elektrische Signale:

Dendriten (Input) Nehmen Signale von anderen Neuronen auf und leiten sie an das Soma weiter.
Axon & Synapsen (Output) Leiten das verarbeitete Signal über weite Strecken an Folge-Zellen weiter.
Prof. Dr. M. Engel [I1] Kursmaterial
08 · NEURO-ANALOGIE

Informationsübertragung: Die Synapse

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BIO-GEWICHTUNG DER INFORMATION

Schaltstellen der Lernfähigkeit.

An den Spalten zwischen Neuronen wird bestimmt, wie stark Signale übertragen werden – die biologische Entsprechung künstlicher „Gewichte“:

Neurotransmitter Chemische Botenstoffe überwinden den synaptischen Spalt auf Reiz hin.
Synaptische Plastizität Häufig genutzte Verbindungen verstärken sich, ungenutzte verkümmern.
Detaildarstellung der Informationsübertragung am synaptischen Spalt
Prof. Dr. M. Engel [I1] Kursmaterial
09 · NEURO-ANALOGIE

Biologisches Lernen: Die Hebbsche Regel

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Wiesenpfad als Metapher für neuronale Verbindungen

WHAT FIRES TOGETHER, WIRES TOGETHER

Der Wiesenpfad im Kopf.

Lernen hinterlässt physische Pfade. Je häufiger ein Signalweg aktiviert wird, desto leichter fällt der Stromfluss künftig:

1
Pfaderstellung Erstes Lernen ist anstrengend – der Trampelpfad muss im dichten Gras erst entstehen.
2
Gewichtsverstärkung Durch wiederholte Nutzung entsteht ein befestigter Weg (analog zu künstlichen Netzgewichten).
Prof. Dr. M. Engel [I1] Kapitel 1
10 · TECHNIKFUNDAMENT

Wie funktioniert ein Large Language Model?

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WORT-FÜR-WORT STATISTIK

Die Kunst der Autovervollständigung.

Ein LLM versteht keine inhaltliche Bedeutung. Es sagt basierend auf gelernten Mustern voraus, welches Wortteil (Token) als nächstes folgt.

Token-Verarbeitung Texte werden in kleine Wortteile (Tokens) zerlegt und in Zahlenvektoren umgewandelt.
Transformer-Aufmerksamkeit Die Self-Attention-Methode bewertet, welche Wörter im Kontext am wichtigsten sind.
Darstellung von Text-Tokens und Wahrscheinlichkeits-Berechnung
Prof. Dr. M. Engel [A1] Vaswani · [I1] Kursmaterial
11 · LERNTHEORIE

Klausurvorbereitung: Generalisieren vs. Memorieren

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Vergleich von sturem Auswendiglernen (Overfitting) und dem Erlernen übergeordneter Muster

DAS GILT FÜR ALGORITHMEN UND STUDENTEN

Nicht stur wiederholen, sondern transferieren.

Ob ein Modell (oder ein Student) eine Regel wirklich verstanden hat, zeigt sich erst bei einer völlig neuen Aufgabe:

Prof. Dr. M. Engel [I1] Didaktik
12 · TECHNIKFUNDAMENT

Wie lernt die Maschine?

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DREI PHASEN DES LERNENS

Vom Web-Datenberg zum Chat-Partner.

Ein Modell wird in mehreren Stufen trainiert, bevor es für uns nützlich wird:

1
Pretraining (Muster lernen) Einlesen riesiger Textmengen, um Sprachstruktur und Weltwissen grob aufzunehmen.
2
Instruction Fine-Tuning Anleitung durch Frage-Antwort-Paare, um Anweisungen präzise zu befolgen.
3
RLHF (Menschliches Feedback) Ausrichtung (Alignment) an menschlichen Präferenzen für Sicherheit und Nützlichkeit.
Visualisierung des Trainingsprozesses: Pretraining, Fine-Tuning und RLHF
Prof. Dr. M. Engel [A1] Vaswani · [H1] Ouyang · [I1] Kurs
13 · NACHHALTIGKEIT

Energieeffizienz: Gehirn vs. Rechenzentrum

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Grafik: Das Gehirn benötigt nur 20 Watt Leistung, während KI-Training Megawatt verbraucht

DER EFFIZIENZ-KLASMUR

Denken mit 20 Watt Leistung.

Das biologische Netz ist ein Meisterwerk der Energieeinsparung. Künstliche Intelligenz imitiert die Struktur, benötigt aber riesige Energiemengen:

Biologische Effizienz Das menschliche Gehirn benötigt weniger Leistung als eine klassische Glühbirne.
Künstliche Cluster Das Training modernster Frontier-Modelle verschlingt mehrere Gigawattstunden Strom.
Prof. Dr. M. Engel [I1] Vorlesung
14 · MODELLE

Spezialisten vs. Allrounder: SLM und LLM

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DIE GRÖSSE DER SYSTEME

Nicht immer ist größer besser.

Die KI-Landschaft teilt sich auf. Neben gigantischen Frontier-Modellen in der Cloud gewinnen kompakte, lokale Spezialisten an Bedeutung.

Large Language Models (LLM) Milliarden Parameter, enorme Vielseitigkeit, benötigen Rechenzentren (Cloud).
Small Language Models (SLM) Wenige Milliarden Parameter, extrem schnell, laufen lokal auf Notebooks oder Mobilgeräten.
Vergleich von großen Cloud-Modellen und schlanken, spezialisierten lokalen KIs
Prof. Dr. M. Engel [W1] WEF · [I1] Didaktik
15 · AGENTIC AI

Vom Chatbot zum autonomen Agenten

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Entwicklungspfad von starren Programmen zu Chatbots und dynamischen, iterativen Agenten

DIE EVOLUTION DER NUTZUNG

Vom Dialog zur selbstständigen Schleife.

Die Art, wie wir mit KI arbeiten, verändert sich fundamental von passiver Beantwortung zu proaktiver Problemlösung:

1
Klassischer Chatbot Einfache Frage-Antwort-Muster. Jedes Ergebnis muss manuell weitergeführt werden.
2
Agentic AI (Agenten) Arbeitet in Zyklen: Setzt sich Teilziele, plant Schritte, nutzt Werkzeuge und bewertet Ergebnisse selbst.
Prof. Dr. M. Engel [I1] Vorlesung
16 · LIMITATIONEN

Halluzinationen – Warum KI erfindet

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DAS ZIEL IST PLAUSIBILITÄT

KI ist auf Antworten programmiert, nicht auf Wahrheit.

Das Modell berechnet statistische Wahrscheinlichkeiten. Fehlt ihm Information, füllt es diese Lücke mit plausibel klingendem Text auf.

Metapher: Falsche Verknüpfungen in einem Datennetzwerk
Prof. Dr. M. Engel [H1] Ouyang · [E2] UNESCO · [I1] Kurs
17 · LIMITATIONEN

Das Kontextfenster und seine Grenzen

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Visualisierung des Kurzzeitgedächtnisses und des Informationsverlusts in der Mitte

DER ARBEITSSPEICHER DER KI

Aufmerksamkeit ist begrenzt.

Das Kontextfenster bestimmt, wie viele Informationen das Modell gleichzeitig im „Kopf“ behalten kann. Zu große Dokumente führen zu Fehlern.

Kontext-Größe: 8k Token (~23 DIN A4-Seiten)

Fokus: Sehr selektiv. Nur das direkte Ende des Textes wird scharf verarbeitet. Details am Anfang gehen verloren.

Prof. Dr. M. Engel [I1] Kursmaterial
18 · LIMITATIONEN

Sprachen im KI-Raum: Die 2%-Realität

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DIE ENGLISCH-DOMINANZ

Modelle denken primär englisch.

Über 50% der Trainingsdaten sind englischsprachig. Deutsch macht oft nur etwa 2% aus. Dies führt zu kulturellen Verzerrungen und Übersetzungsfehlern.

!
Denkstrukturen Logik und Redewendungen werden oft aus dem angelsächsischen Kulturraum übernommen.
Prompterfolg Komplexe logische Aufgaben lösen Modelle in englischer Sprache nachweislich präziser.
Kreisdiagramm: Dominanz englischer Texte im Internet und verschwindend geringer Anteil deutscher Daten
Prof. Dr. M. Engel [E2] UNESCO · [I1] Kurs
19 · WISSEN

RAG: Das offene Nachschlagebuch der KI

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RETRIEVAL-AUGMENTED GENERATION

Erst nachschlagen, dann formulieren.

Anstatt sich auf das gelernte, statische Weltwissen zu verlassen, sucht ein RAG-System relevante Abschnitte in Dokumenten und gibt diese an das Modell weiter.

Ablauf der Zuleitung von Dokumentdaten in das Kontextfenster vor Generierung
Prof. Dr. M. Engel [I1] Kapitel 3
20 · WISSEN

RAG-Verständnis: Die Koch-Metapher

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Didaktisches Bild: Der Koch am Herd nutzt ein Rezeptbuch

WIE RAG ERKLÄRT WIRD

Ein Koch ist nur so gut wie seine Rezepte.

Vergessen Sie Programmierdetails. Die Koch-Metapher teilt die RAG-Architektur in drei verständliche Teile auf:

Der Koch (Das LLM) Er kann zwar gut formulieren und kochen, kennt aber nicht jedes Detailrezept auswendig.
Das Rezeptbuch (Die Datenbank) Hier sind die gesicherten Daten abgelegt, auf die der Koch bei Fragen zugreifen darf.

Prof. Dr. M. Engel [I1] Kapitel 3
21 · ERWEITERUNG

Tool-Anbindung & Schnittstellen

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Verbindung von Modellen mit Programmierschnittstellen, Rechnern und Datenbanken

KI MIT WERKZEUGEN

Modelle lernen, zu handeln.

Über Schnittstellen greifen Modelle auf externe Programme zu, um Daten zu erheben, Berechnungen durchzuführen oder Aufgaben zu lösen.

Model Context Protocol (MCP) Offener Standard zur sicheren Daten- und Tool-Integration in LLMs.
Python-Sandboxes Gesperrte Laufzeitumgebungen, in denen die KI Code generieren und direkt ausführen kann.
Prof. Dr. M. Engel [M1] Anthropic · [I1] Kurs
22 · KREATIVITÄT

Kreativitätstrennung: Generierung vs. Urteil

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Darstellung des kreativen Prozesses: KI generiert Ideen, der Mensch evaluiert und verfeinert

WER ERFINDET, WER ENTSCHEIDET?

Ideenflut trifft auf menschliches Urteil.

KI kann unzählige Varianten erzeugen (Divergenz). Aber nur der Mensch kann Sinnhaftigkeit, Ethik und Relevanz bewerten (Konvergenz).

Prof. Dr. M. Engel [W1] WEF · [I1] Didaktik
23 · KREATIVITÄT

Kreativität: Additiv vs. Subtraktiv

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KRAFT DER AUSWAHL

Aufhäufen von Sand vs. Meißeln der Statue.

Wissenschaftliche und kreative Prozesse bestehen aus zwei gegensätzlichen Arbeitsschritten, die Mensch und Maschine neu aufteilen:

Grafische Gegenüberstellung von additiver (Ideenflut) und subtraktiver (Konkretisierung) Arbeitsweise
Prof. Dr. M. Engel [I1] Kursmaterial
24 · MULTIMODALITÄT

Multimodale Generierung: Über Text hinaus

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Mosaik aus künstlich generierten Gesichtern, Videoschnipseln und Audio-Wellenformen

DIE NEUE MEDIENVIELFALT

Modelle werden multimodal.

Generative KI verarbeitet und erzeugt heute nicht nur Text, sondern nahtlos auch Bilder, Videos, Stimmen und Musik.

Synthetische Medien Bilder und Animationen entstehen direkt aus Textbeschreibungen (Prompts).
Verantwortung & Fake Die Hürde für Desinformation sinkt drastisch. Kritische Quellenprüfung wird überlebenswichtig.
Prof. Dr. M. Engel [I1] Kursmaterial
25 · MULTIMODALITÄT

Multimodale Bilderstellung: Die Architektur

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WIE BILDER AUS TEXT ENTSTEHEN

Rauschen wird zu Struktur.

Ein Diffusionsmodell lernt nicht, Bilder abzuspeichern. Es lernt, zufälliges Bildrauschen schrittweise zu entfernen, gelenkt durch Textbegriffe:

Denoising-Schleife Das System entfernt unter Anleitung des Textvektors Bildstörungen.
Latent Space (Vektorraum) Bilder und Texte werden im selben mathematischen Koordinatensystem verknüpft.
Architektur-Schaubild: Generierungspfad von Rauschen über Text-Embedding zu finaler Pixeldarstellung
Prof. Dr. M. Engel [I1] Vorlesung
26 · WERKZEUGE

Die Werkzeuge: Für jede Aufgabe die passende App

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Übersichtskarte verschiedener KI-Plattformen und deren Spezialisierung

DER NEUE WERKZEUGKASTEN

Vom Chatbot zum Spezialisten.

Wir nutzen heute eine Vielzahl unterschiedlicher Oberflächen, je nach wissenschaftlicher oder kreativer Anforderung:

1
Allround-Chats (ChatGPT, Claude) Hervorragend für Textentwürfe, Brainstorming und Übersetzung.
2
Forschung & Literatur (NotebookLM) Arbeitet rein auf hochgeladenen Quellen (RAG) – ideal zum Lernen und Strukturieren.
3
Entwicklungsumgebungen (Codex) Integrierte Assistenten im Quellcode-Editor zur direkten Codeerzeugung.
Prof. Dr. M. Engel [E2] UNESCO · [I1] Kurs
27 · BEREITSTELLUNG

Lokal vs. Cloud: Wo laufen die Daten?

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DATENSCHUTZ UND LEISTUNG

Die Hoheit über den Datenabfluss.

Die Entscheidung, ob ein Modell in einer externen Cloud oder auf eigener Hardware läuft, hat weitreichende Konsequenzen:

Cloud-Modelle Maximale Leistung, ständige Aktualisierung, aber Übermittlung der Daten an Server Dritter.
Lokale Open-Source-Modelle Absolute Datenkontrolle, offline lauffähig, keine laufenden API-Kosten, Leistung durch Hardware limitiert.
Gegenüberstellung: Cloud-Server-Infrastruktur vs. lokales Laptop-Modell
Prof. Dr. M. Engel [E2] UNESCO · [I1] Kurs
28 · METHODE

Prompting: Präzise Steuerung von Modellen

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Anatomie eines Prompts: Rolle, Kontext, Aufgabe, Format und Gegenbeispiel

STRUKTURIERTE ANWEISUNGEN

Wer präzise fragt, bekommt bessere Antworten.

Einzeiler führen oft zu generischen Antworten. Ein professioneller Prompt liefert dem System den nötigen Rahmen:

R
Rolle & Kontext „Agiere als Experte für Wirtschaftsinformatik im ersten Semester...“
A
Aufgabe & Format „Erstelle eine Liste mit drei Vor- und Nachteilen als übersichtliche Tabelle...“
E
Einschränkungen „Vermeide Buzzwords. Antworte in deutscher Sprache. Nutze keine CDNs...“
Prof. Dr. M. Engel [I1] Kursmaterial
29 · METHODE

Praxis: Anatomie eines Prompts

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Diagramm zur Prompt-Anatomie: System-Prompts, User-Prompts, Inputs und Constraints

DAS SYSTEMATISCHE TEMPLATE

Ein Bauplan für verlässliche Modellreaktionen.

Gute Prompts folgen einem klaren Schema. Verwenden Sie diesen Aufbau für komplexe universitäre Aufgabenstellungen:

1
System-Instruktion (Rolle) Wer ist das Modell und wie soll es sich verhalten?
2
Input-Daten (Kontext) Die Rohdokumente, Tabellen oder Fragestellungen.
3
Anweisung (Aufgabe & Constraints) Was genau soll getan werden? Was muss vermieden werden?
Prof. Dr. M. Engel [I1] Kapitel 4
30 · METHODE

Praxis: Kontext-Engineering & Mise en Place

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DIE KÜCHENREGEL IM PROMPTING

Gute Vorbereitung schlägt gute Fragen.

„Mise en Place“ bedeutet in der Küche das Bereitstellen aller Zutaten vor dem Kochen. Im Prompting gilt dasselbe: Wer den Kontext strukturiert vorbereitet, führt die KI präzise.

Mise en Place (Vorbereitung) Rohdaten, Anforderungen und Definitionen bereitlegen, bevor die KI-Ausführung startet.
Klare Leitplanken Die KI bleibt fokussiert, vermeidet Abschweifungen und liefert schneller optimale Ergebnisse.
Visualisierung von Context Engineering: Das Strukturieren von Datenströmen vor Eingabe
Prof. Dr. M. Engel [I1] Kapitel 4
31 · METHODE

Vibe Coding: Erschaffen im Dialog

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DIREKTE UMSETZUNG OHNE SYNTAX

Softwareentwicklung wird demokratisiert.

Vibe Coding betrifft jeden, der Ideen hat. Ein Controller kann sich nun ohne IT-Kenntnisse Daten aus diversen Quellen ziehen, um diese monatlich in einem Dashboard aufzubereiten.

Der Controller wird zum Erschaffer Erstellung von individuellen Dashboards und Berichten per Textanweisung.
Der Harness (Arbeitsumgebung) Tools wie Codex, Antigravity, Claude Code oder OpenCode bilden den Rahmen, der den Code baut und ausführt.
Ein Entwickler beschreibt ein UI-Konzept und die KI erzeugt den funktionierenden Code im Editor
Prof. Dr. M. Engel [I1] Kapitel 5
32 · METHODE

Orchestrierung: Agenten im Team

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Diagramm: Orchestrierung von spezialisierten KI-Agenten, gesteuert durch einen Koordinator

TEAM AUS SPEZIALISTEN

Viele Experten lösen komplexe Aufgaben.

Statt eine Aufgabe an ein einziges Modell zu senden, orchestrieren wir ein Team aus spezialisierten KI-Rollen mit klaren Schnittstellen:

Rollenverteilung Ein Agent recherchiert, einer strukturiert, einer schreibt Code und einer prüft die Qualität.
Kontrollschleifen Ergebnisse werden gegenseitig validiert, bevor sie dem Menschen vorgelegt werden.
Prof. Dr. M. Engel [W1] WEF · [I1] Kurs
33 · WISSENSTEST

Drei Fragen zum Mitdenken

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EINE ANTWORT ANKLICKEN – DIREKTES FEEDBACK ERHALTEN

01

Was beschreibt das "Kontextfenster"?

02

Was ist die Hauptursache für Halluzinationen?

03

Welche Stufe zeigt divergentes Denken bei KI?

Prof. Dr. M. Engel [I1] Vorlesung
34 · PROJEKT

Studierendenprojekt: RestaurantFinder

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Screenshot von RestaurantFinder

ENTWICKELT VON VANESSA VÖHRINGER

Lokalitäten-Filter & Prompt-Generator

Ein interaktiver Assistent, der anhand von Standort, Küche, Ernährungsweise und Budget den perfekten Codex-Prompt zur Restaurant-Suche generiert.

1 Die Logik: Der Benutzer wählt Kriterien über eine strukturierte Web-Oberfläche.
2 Der Prompt: Das System fügt die Antworten zu einem präzisen Prompt zusammen.
Prof. Dr. M. Engel [S1] Projektarbeit
35 · PROJEKT

Studierendenprojekt: Study Buddy

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Screenshot von Study Buddy

ENTWICKELT VON RAHEL WELDAI

Lern-Agent & Kapitelzusammenfassung

Ein modulares Dashboard, das Studierende durch automatisierte Werkzeuge beim Lernen und bei der Prüfungsvorbereitung unterstützt.

1 Die Tools: Bietet Aktionen wie Zusammenfassungen, Lernpläne und Tests.
2 Der Nutzen: Fächerstruktur und Fortschrittsanzeige visualisieren den Erfolg.
Prof. Dr. M. Engel [S1] Projektarbeit
36 · PROJEKT

Studierendenprojekt: Mein Karriereberater

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Screenshot von Mein Karriereberater

ENTWICKELT VON BOJANA VUKALJEVIC

Dashboard & Orientierungsphasen

Ein Phasen-basiertes Dashboard, das den gesamten Prozess der Berufsfindung von der Orientierung bis zur Einarbeitung strukturiert.

1 Die Phasen: 8 Schritte begleiten den gesamten Weg zur Berufsfindung.
2 Der Fortschritt: Lokale Speicherung ermöglicht selbstbestimmte Bearbeitung.
Prof. Dr. M. Engel [S1] Projektarbeit
37 · PROJEKT

Studierendenprojekt: Swim Coach Agent

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Screenshot von Swim Coach Agent

ENTWICKELT VON ADELINA BERISHA

Trainings- & Ernährungsplanung

Ein spezialisierter Chatbot, der personalisierte Trainingspläne und Ernährungspläne (z. B. laktosefrei und vegetarisch) erstellt.

1 Die Pläne: Berechnet Kalorienbedarf und schlägt Mahlzeiten vor.
2 Der Transfer: Verbindung von Aktivität und angepasster Energieversorgung.
Prof. Dr. M. Engel [S1] Projektarbeit
38 · PROJEKT

Studierendenprojekt: Essy's Salon Assistant

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Screenshot von Essy's Salon Assistant

ENTWICKELT VON LABINOT BAHTIJARI

Termin- & Belegungs-Dashboard

Ein interaktiver Termin- und Belegungsplaner für Friseursalons zur Optimierung der Mitarbeiter-Verwaltung und Zeiteinteilung.

1 Der Kalender: Echtzeit-Übersicht über Zeiten, Pausen und Abwesenheiten.
2 Die Effizienz: Zeigt den Nutzen von Multi-Agenten-Systemen im Handwerk.
Prof. Dr. M. Engel [S1] Projektarbeit
39 · GLOSSAR

Glossar: Kernbegriffe im Überblick

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KI (Künstliche Intelligenz)

Systeme, die durch Mustererkennung eigenständig statistische Regeln lernen, statt starr programmiert zu sein.

LLM (Large Language Model)

Großes Sprachmodell zur statistischen Wort-für-Wort-Vervollständigung basierend auf dem gelernten Kontext.

RAG (Retrieval-Augmented Generation)

Methode, bei der die KI vor der Generierung relevante Abschnitte in externen, gesicherten Dokumenten nachschlägt.

Harness (KI-Harnisch)

Die ausführende Arbeitsumgebung (z.B. Editoren oder Terminal-Agenten), in der KI-Werkzeuge kontrolliert laufen.

Agents (KI-Agenten)

KI-Systeme, die in Zyklen arbeiten: Sie setzen sich Teilziele, planen Schritte, nutzen Tools und bewerten Ergebnisse.

Orchestrierung

Die koordinierte Zusammenarbeit mehrerer spezialisierter Agenten zur Lösung komplexer Aufgabenstellungen.

Prof. Dr. M. Engel [I1] Kursmaterial
40 · SYNTHESE

Drei Dinge zum Mitnehmen

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WAS BLEIBT FÜR EUCH?

Muster verstehen. Werkzeuge wählen. Urteil behalten.

01

KI entzaubern

KI ist ein statistischer Musterlerner. Sie besitzt weder Bewusstsein noch eigene Verantwortung.

02

Werkzeuge steuern

Wähle bewusst nach Anwendungsfall: Cloud oder Lokal, RAG-System oder Programmier-Agent.

03

Verantwortung tragen

Je mächtiger das Werkzeug, desto wichtiger werden eure Fragen, eure Kritik und euer Urteil.

Welche Aufgabe werdet ihr heute noch mit einem strukturierten Prompt an die KI delegieren?
Prof. Dr. M. Engel [E2] UNESCO